• 1
  • 2
  • 3
  • 4

ETS Projektierung – Die Planung

Rate this item
(1 Vote)
Gebäude- Struktur Gebäude- Struktur

In gut einem Monat startet unser Bauvorhaben, welches sich irgendwie immer noch nicht real anfühlt. Bis zum Baubeginn habe ich mir noch einiges vorgenommen, so möchte ich z.B. die ETS- Projektierung soweit voran treiben, dass Licht-, Heizungs- und Beschattungs- Steuerung im Wesentlichen funktionieren und die Komponenten vorprogrammiert von meinem Elektriker in den Verteiler eingebaut werden können – soweit der Plan.

Das Anlegen der Gebäude- Struktur mit den dazugehörigen Komponenten in der ETS, ging dank der guten Planung schnell von der Hand. Hierzu brauchte ich nur mein Planungskonzept zu Rate zu ziehen und ich wusste, welche KNX- Komponenten mit welcher physischen Adresse in welchen Raum oder ggf. Verteiler eingefügt werden mussten.
Das Thema mit den Gruppenadressen konnte ich leider nicht so schnell bearbeiten, wie ich es mir eigentlich vorgenommen hätte. Die Struktur der Gruppenadressen ist nämlich, meiner Ansicht nach, stark an die zu implementierenden Funktionalitäten sowie an die verwendeten KNX- Komponenten gekoppelt. Während meiner Planungsphase habe ich zwar grob die Funktionalitäten bestimmt und danach die zu verwendenden Komponenten ausgewählt, aber wie diese nun genau miteinander verknüpft werden können oder auch müssen, darüber schweigt sich mein Konzept „leider“ aus.
Hier kam mir der Zufall zu Gute; Ich wurde nämlich von meinen Eltern gefragt, ob sie eine „Betriebsanleitung“ für unser zukünftiges Haus bekommen könnten, da Ihnen die ganze Technik doch irgendwie sehr suspekt erscheint.  Dies war für mich der Startpunkt zu dem fehlenden Kapitel, denn über die „Betriebsanleitung“ bin ich schließlich zu den Verknüpfungen der Komponente gekommen, welche die Struktur der Gruppenadressen schließlich wiederspiegelte.

Die Taster

Dreh und Angelpunkt sind bei mir die Taster, von denen alles Wesentliche wie Licht, Beschattung und Heizung bedient werden kann aber eben nicht muss. Es hat etwas gedauert bis ich die gewünschten Funktionalitäten mit den schier unendlichen Möglichkeiten der Komponenten realisiert und in Einklang gebracht hatte. Nicht jeder Weg war sofort Zielführend aber wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel
Besonders positiv sind mir in diesem Zusammenhang die Handbücher bzw. allgemein die Dokumentation von MDT in Erinnerung geblieben: klar strukturiert, einfach beschrieben und gut visualisiert.  Davon hätte ich mir mehr gewünscht, aber ich wollte ja nicht nur MDT Produkte in meinem Projekt verwenden.

Die Funktionalität sowie Led- Visualisierung der Taster habe ich in Visio erstellt und stellt damit die gewünschte „Betriebsanleitung“ und den Ausgangspunkt dieses Abschnittes dar.

Das Haupt- Licht wird beim 4Fach- Taster über die große Wippe (Wippe 1) bedient, worüber Schalt- und Dimm- Befehle abgesetzt werden können. Bei einer vollflächigen Bedienung wird eine Szene ausgelöst welche das Haupt- Licht auf die Farbe weiß mit einer gewissen Helligkeit einstellt. Die beiden Status- Leds leuchten standardmäßig Blau. Wird ein EVG/Gruppen Fehler (Byte- Format) vom DALI- Gateway größer Null gemeldet, so wird dies mit den roten Satus-Led signalisiert.

Über Wippe zwei kann die eingestellte Raumtemperatur (Komfort- Soll- Temperatur) bis zu 3 °C variiert werden. Bei vollflächiger Bedienung der Wippe wird eine Komfort- Verlängerung von +1 Stunde aktiviert. In der Betriebsart Komfort wird die grüne Led auf der linken Seite, bei Frost-/Hitzschutz (Fenster offen) die blaue Led auf der rechten Seite angesteuert. Die Ansteuerung wird über den DPT HVAC Status (ohne Nummer) realisiert. Meldet die KNX- Komponente einen Fehler, werden beide Leds rot angesteuert.

Die Jalousie wird über Wippe drei bedient. Ein Automatik-Betrieb wird über grüne Status- Leds, eine gesperrte Bedienung (z.B. Fenster offen) über rote Status Leds signalisiert.

Die letzte Wippe eines Tastenelements (3Fach- und 4Fach- Taster) ist in der Funktionalität getrennt. Auf der linken Taste wird die Funktionalität des Energiesparmodus- bzw. der des „Panik-“ Modus (Licht An) aufgerufen wobei beide Betriebsarten über die Status- Led angezeigt werden. Die rechte Taste ist für einen Szenenaufruf mit Betätigungsanzeige (blau) reserviert.

3Fach- Taster

 3Fach- Taster: Bedienung 3Fach- Taster: Led- Status 
 3Fach- Taster: Alarm  

4Fach- Taster

4Fach- Taster: Bedienung    4Fach- Taster: Led- Status
 4Fach- Taster: Alarm  

Die Beleuchtung

Die gesamte Innenbeleuchtung ist bei uns DALI basierend wobei die Farbansteuerung im speziellen über den DT8 Standard umgesetzt wird. Aufgrund des DT8 Standards werden, gegenüber einer normalen Ansteuerung, DALI- Adressen eingespart, so, dass wir bei der Umsetzung mit einem Gateway (Merten MEG 6725-001) auskommen. Dies wiederrum hat den Vorteil, dass sämtliche Lichtbefehle zentral verwaltet werden und die Konfiguration sowie Übersichtlichkeit damit stark vereinfacht wird. Der Nachteil soll nicht verschwiegen werden; fällt der Gateway aus, bleibt es dunkel!
Die Ansteuerung der EVG’s bzw. Gruppen kann im Allgemeinen auf zwei Szenarien begrenzt werden.:

  • Direkte Ansteuerung
  • Ansteuerung über einen Präsenzmelder

Bei einer direkten Ansteuerung wird der Schaltbefehl (über Taster, Visu, etc.) direkt an den Gateway gesendet. Wird im Lichtkreis ein Präsenzmelder (PM) verwendet, so wird der Schaltbefehl (Trigger- Befehl) des Tasters (oder was auch immer) zuerst an den PM gesendet. Der eigentliche Schaltbefehl wird schlussendlich vom PM gesendet. Dies Spiegelt sich auch in den GA’s wieder, Trigger- und Schalt- Befehl werden separat angelegt.

KO- Verknüfungen

Beleuchtung: Direkt   Beleuchtung: Mit Präsenzmelder
 Beleuchtung: Szene/Mode  

Der Heizungsaktor

BetriebsartenDer verwendete Heizungsaktor AKH-0x00.02 von MDT verfügt in der Funktionsart „integrierter Regler“ über vier verschiedene Betriebsarten, zu denen jeweils unterschiedliche Soll- Temperaturen verwendet werden:

  • Komfort 
  • Standby 
  • Nacht
  • Frost-/Hitzschutz

Ausgangspunkt ist die die Betriebsart Komfort mit dem Parameter „Komfort- Soll- Temperatur“. Dieser Parameter legt fest, wie hoch die Temperatur im Allgemeinem sein soll, wenn der Raum verwendet wird, und ist zudem die Bezugstemperatur für die Betriebsarten Nacht und Standby. Soll die Raumtemperatur temporär in der Betriebsart Komfort geändert werden, so kann dies mit der sogenannten „Sollwertverschiebung“ in einem gewissen Bereich realisiert werden, ohne die Bezugstemperatur an sich zu ändern. Die Umsetzung erfolgt mit einem 1-Bit- Objekt und ist daher leicht umsetzbar.
Die Betriebsart Standby wird dazu verwendet, wenn zwar jemand im Haus ist aber der Raum derzeit nicht verwendet wird. Als verwendete Raumtemperatur wird die Bezugstemperatur „Komfort- Soll- Temperatur“ verwendet, welche um einen eingestellten Wert verringert/abgesenkt wird.
Ähnlich verhält es sich, mit der Betriebsart Nacht, nur, dass hier ein anderer Wert bei der Absenkung Verwendung findet.
Die Betriebsart Frost- /Hitzschutz wird automatisch dann aktiviert, wenn das Fenster geöffnet wird und eine 1 des Fensterkontaktes auf den Bus gesendet wird. Wird das Fenster geschlossen, wird wieder in den vorherigen Modus gewechselt.

KO- Verknüpfungen

Heizungsaktor   

Die Jalousie

Für die Jalousieansteuerung kommt ein ABB-JRA/Sx.230.5.1 mit integrierter Fahrtzeitermittlung zum Einsatz, welcher im Automatikbetrieb über eine THEBEN 1409204 Meteodata 140S angesteuert wird. Eine manuelle Bedienung der Jalousie ist über die Visualisierung bzw. des über den 4Fach- Taster möglich. Wird die Jalousie manuell bedient, so wird der Automatikmodus für 180 Minuten verlassen und danach wieder reaktiviert.

Wird ein Fenster geöffnet, so wird die Bedienung des Aktors gesperrt und die Jalousie fährt nach oben. Wird das Speerobjekt wieder freigegeben, so wird in den vorherigen Zustand gewechselt.

Bei einer Windstärke von über 18 km/h über einen Zeitraum von 3 Minuten wird über den Universalkanal C1 der Wetterstation ein Windalarm ausgelöst.

Die Beschattung ist erforderlich wenn ein Sensor länger als 3 Minuten einen Helligkeitswert von über 10.000 Lux meldet. Fällt der maximale Helligkeitswert für länger als 10 Minuten unterhalb dieser Schwelle, so ist keine Beschattung mehr nötig und die Jalousie fährt nach oben. Diese Funktionalität wird über den Universalkanal C2 der Wetterstation realisiert. Für weitere Optimierungen muss diese Anforderungen sicherlich noch ausgebaut werden, vorerst muss dieses Verhalten jedoch ausreichend sein.

Der Universalkanal C3 wird für die Umsetzung eines Frostalarms verwendet. Bei einer Temperatur unter 3°C wird der Alarm aktiv.

KO- Verknüpfungen

 

 Heizungsaktor  

Der Alarm

Über das Alarmobjekt des Tasters, kann der Alarm des Rauch- Warn- Melders quittiert werden.

KO- Verknüpfungen

Taster4Fach KO Alarm V01  
Last modified on Sonntag, 12 August 2018 17:28

Leave a comment

Make sure you enter all the required information, indicated by an asterisk (*). HTML code is not allowed.

Built with HTML5 and CSS3
Copyright © 2018 www.project51.at