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ESS - Batterie - Test Equipment

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Meine ersten LiFePO4 Batteriezellen habe ich vor kurzem bei „Shenzen Qishou Technology“ bestellt, einem langjährigen Händler bei Alibaba, der durchweg positive Bewertungen hat und in diversen DIY- Projekten empfohlen wird. Die Dame, die meine Bestellung entgegengenommen hat, machte in der Tat einen sehr kompetenten sowie vertrauenswürdigen Eindruck und bestätigte mir auf Rückfrage, dass es sich ausnahmslos um neue und ungenutzte EVE- Zellen aus dem aktuellen Jahr mit A-Grade handle. Da Qishou des Weiteren eine 5 Jahres-Garantie für die Zellen gibt, mache ich mir keine großen Sorgen, dass ich der Erste sein werde, der mit den Zellen nicht zufrieden ist.

Die Woche habe ich mir eine Menge Videos auf Off-Grid Garage angeschaut, wo Andy seine Zellen in diversen Szenarien testet; sei es, um die Qualität der Zellen zu überprüfen oder die „richtige“ Ladeeinstellung ausfindig zu machen – Wahnsinn, wie viel Zeit er damit verbracht hat….

In diesem Zusammenhang habe ich mich jedenfalls gefragt: Wie möchte ich meine Zellen testen, bevor ich sie verbaue bzw. welche Überprüfungen geben mir ein gutes Gefühl bei dem ganzen Vorhaben?

Innenwiderstand und Spannungsmessung

YR1035+

Die erste und einfachste Überprüfung ist die Bestimmung des Innenwiderstandes, welcher bei A-Grade- Zellen ≤ 0.25 mΩ sein sollte.

LiFePO4- Zellen werden vor dem Versand auf ca 30 - 50% ihrer Kapazität geladen und sollten somit eine einheitliche Ladespannung besitzen. Der Versand aus China dauert ungefähr 2 -3 Monate. In dieser Zeit findet eine Selbstentladung mit weniger als 3% pro Monat statt. Besitzen die Zellen bei Ankunft eine nahezu gleiche Zellspannung, kann davon ausgegangen werden, dass die Zellen identisch sind und somit im Betrieb keine Auffälligkeiten zeigen sollten.

Für beide Überprüfungen habe ich mir den Batterietester YR1035 zugelegt.

Kapazitätsmessung

Ich war lange am überlegen, ob ich eine Kapazitätsmessung durchführen will, sei es exemplarisch an einer Zelle oder an allen Zellen – Es ist letzteres geworden, da der Innenwiderstand anscheinend nicht direkt mit der Kapazität zusammenhängt.

Um die Kosten im überschaubaren Rahmen zu halten, hatte ich mich für den Batterietester EBC-A20 von ZKETECH entschieden. Mit dem bereitgestellten PC- Programm kann das Laden und Entladen nach eigenen Vorgaben automatisiert werden. Spannungs- und Stromwerte werden kontinuierlich aufgenommen und können später in einem Diagramm visualisiert und ausgewertet werden.

Was ich nicht bedacht hatte…

Jede meiner Zellen hat eine Kapazität von 280 Ah:

  • Bei einem Ladestrom von 5 A, dauert der Ladevorgang 56 h (2,3 Tage)
  • Bei einem Entladestrom von 20 A (eigentlich 75 W), dauert die Entladung 14 h
  • Macht 70 h pro Zelle oder 47 Tage für alle 16 Zellen im Idealfall.

Beim nächstgrößeren Batterietester, dem EBC-A40L, sieht das Ganze etwas erfreulicher aus, kostet aber dummerweise gleich das 3 - bis 5 -fache.

  • Bei einem Ladestrom von 40 A, dauert der Ladevorgang 7 h
  • Bei einem Entladestrom von 40 A, dauert die Entladung 7 h
  • Macht 14 h pro Zelle oder 10 Tage für alle 16 Zellen im Idealfall.

Naja, muss jeder für sich selbst entscheiden, was ihm lieber ist.

ZKETECH - EBC-A40L - Zubehör  ZKETECH - EBC-A40L - Verpackung
ZKETECH - EBC-A40L - Front ZKETECH - EBC-A40L - Typenschild

Die Story zum EBC-A40L

Commercial Invoice

Bei Aliexpress kostet der EBC-A40L von ZKETECH derzeit ca 150 € + 115 € Verstand, insgesamt also 265 € + Zoll + Mehrwertsteuer. Ich war daher sehr erstaunt, dass ich diesen bei einem Händler bei Amazon für 321 € + 5 Euro Versand gefunden hatte – Guter Preis dachte ich.

Ich konnte nicht widerstehen und habe mir diesen gekauft. Die 14 – 18 Tage Lieferzeit haben mich nicht weiter verwundert, da diese auch beim obigen YR1035 angegeben wurden, welcher aus den Niederlanden zugestellt wurde.
10 Tage später hatte ich einen Anruf aus Wien, die Stimme kam mir bekannt vor und ich wusste, dass es FedEx war; war es auch. Einen kleinen Moment später hatte ich die email, in welcher um die Daten für die Verzollung gebeten wurde – Es dämmerte mir.

So war es schließlich auch, der Batterietester wurde direkt aus China ohne Zoll und MwSt. versendet. Bei der Überprüfung der Rechnung wurde auch schnell klar, dass hier keine MwSt angegeben wurde und dies, meiner Meinung nach, Teil des Verkaufskonzeptes des Händlers ist.
Beim „Commercial Invoice“, dem FedEx vorliegt, wird lediglich ein Warenwert von 80 $ angegeben, mit dem Ziel den Zoll zu umgehen – klappt wahrscheinlich auch, wenn es nicht FedEx ist.

Ich habe den Händler kontaktiert, was der Sch…ß soll, da hiervon nichts in der Produktbeschreibung zu finden war. Folgendes war seine Antwort:

Hallo! Aufgrund der Zollpolitik der Europäischen Union ist dieses Paket mehr als 150 € wert und muss vom Käufer abgefertigt werden, der kein Recht hat, in diesen Prozess einzugreifen.

Aufgrund der europäischen Steuerreform am 1. Juli 2021 müssen die Käufer die Mehrwertsteuer bezahlen. Wenn
Sie Ihre Bestellung aufgeben, sind die Kosten für die Mehrwertsteuer nicht enthalten. Wenn das Paket bei Ihrer Zollstelle eintrifft, wird die örtliche
Der Spediteur/Kunde muss zuerst die Zollgebühren bezahlen (worauf der Verkäufer keinen Einfluss hat), so dass
Sie müssen die örtlichen Zollgebühren entrichten, wenn das Paket bei Ihrem Zollamt eintrifft.
Um Ihnen einen besseren Kundendienst zu bieten, werde ich Ihnen helfen, bei unserem Chef einen Rabatt von 50 % auf den aktuellen Preis zu beantragen.

50% Rabatt auf den aktuellen Tarif. Halten Sie das für akzeptabel?

Ich habe in den sauren Apfel gebissen, und erwarte nun eine Rechnung von ca. 80 € für die Verzollung plus Mehrwertsteuer. Das Produkt zu retournieren hätte mich sicherlich gleich viel gekostet, zuzüglich Diskussion mit dem Händler, der hier bestimmt schon einige Erfahrungen hat.

UPDATE 04.12.2022:
Die Nachverzollung belief sich auf 68 € + 15 € Bearbeitungsgebühr. Ich lag also nur knap daneben.

UPDATE 05.12.2022:
Vom Vekäufer habe ich nach vorlage der Nachverzollung 43 € gutgeschrieben bekommen. Somit hat das Gerät final 366 € gekostet.

Der Batterietester wird mich schließlich um die 400 € gekostet haben:

  • mehr als wenn ich ihn direkt bei Aliexpress gekauft hätte,
  • weniger, wenn ich diesen bei einem europäischen Händler gekauft hätte.

Ich denke ich bin nochmal mit einem blauen Auge davongekommen, ärgerlich ist es allemal.

Last modified on Montag, 05 Dezember 2022 12:58

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